• Home
  • Konzept
  • Termine
  • Archiv
  • Ort
  • Team
  • Kontakt

 Forum Innovativ

 

Vortragsveranstaltungen

Eintritt kostenlos!
Alle Vorträge werde auch live im Internet übertragen, unter:
http://ulysses.dock18.ch
Frühlingssemester 2012

Freitag, 20. April
20:00-22:00 Uhr
Dr. Daniel Fels 
Der Lauf der Evolution
Wandel der Gedanken zum Gedanken des Wandels

Evolution bezieht sich auf die Nicht-Konstanz der Lebensformen und war im europäischen Kulturraum 1809 von Lamarck erstmals theoretisch, d.h. im Sinne  eines Erklärungsversuches, beschrieben worden. 1859 folgte Darwins Theorie, welche als konsequentes Abbild des philosophischen Materialismus – ungerührt der Tatsache, dass ein feines Band des Vitalismus’ ständiges Geleit gab – die Evolutionslehre bis heute dominiert. Ein zentrales Problem mit dem Darwinismus stellt der Umstand dar, dass die Theorie dergestalt zur Tatsache erhoben wurde, dass ihre Falsifizierung scheinbar nicht angestrebt werden muss. Im Kern geht die Theorie von einem zufälligen und ziellosen Wandel aus, was sich auch in eine Sinnlosigkeit des Ursprunges übersetzen lässt: Das Gegenteil, sinnvoller Wandel, implizierte etwas Sinngebendes, etwas, das wir auch mit Intelligenz verbinden können in dem Sinne, als dass Gegebenheiten dergestalt verknüpft werden, dass das Ergebnis in einen angepassten Bezug zu diesen Gegebenheiten gebracht werden kann. Tatsächlich werden Stimmen, die von Intelligenz bereits auf dem Niveau der Zellen sprechen, seit rund hundert Jahren laut: Ein Forschungsprogramm, das explizit nach Intelligenz auf dem Niveau der Zellen fragt, existiert aber nicht. Ein Umstand, der auch damit zu tun hat, dass es als verklärte, unwissenschaftliche Schwärmerei abgetan werden kann nach Sinn oder Intelligenz in Lebensprozessen zu fragen, wobei die Tatsache verkannt wird, dass wir bis heute nicht wissen, ob bereits Zellen (und nicht erst Nervensysteme) Einflüsse der Umwelt mit Gegebenheiten des Cytoplasmas sinnvoll, also intelligent, verrechnen können, oder, wir des Weiteren ebenfalls nicht wissen, wie epigenetische Veränderungen organisiert werden. Die Komplexität der Zellprozesse ist dergestalt, dass zu deren Erklärung mittels eines Vergleiches oft komplexe von Menschen gestaltete Systeme herangezogen werden, Systeme, die notament sinnvoll und zielgerichtet eingerichtet wurden, was uns zu einem Widerspruch zwischen unserem Verstehen von kultureller und biologischer Evolution führt. Abschliessend sei hervorgehoben, dass der Begriff Evolution ursprünglich für die Ontogenese, also den Entwicklungsprozess von der befruchteten Zelle zum ausgereiften Organismus, gebraucht wurde. Bis heute verstehen wir dabei nicht, was dem Organismus dabei die Form gibt. Es folgt, dass wir das Leben in der Gegenwart noch viel zu wenig verstehen, um darauf Behauptungen – egal welcher Art – über den Ursprung zu erstellen. Ein Programm, das sich mit der Entwicklung des Lebens beschäftigt, muss zwangsläufig das Leben in seiner Gegenwart studieren. Wir tun dies ja bereits, doch überprüfen wir dabei noch nicht die These von der Sinnlosigkeit des Lebens, die ja in krassestem Widerspruch zu allem steht, was wir Menschen so den ganzen Tag tun, oder?

Mittwoch, 2. Mai
20:00-22:00 Uhr
Dr. Jürg von Ins
Ndëpp Studies II
Entstehung und Entwicklung ritueller Zeichenprozesse

Der Ndëpp ist das Besessenheitsritual der Lebu, die in und um Dakar (Senegal) leben. Hunderte von Menschen strömen zusammen, um sieben Tage lang zu singen, zu tanzen, zu essen, zu opfern und den Geistern (Rab) neue Altäre zu pflanzen. Meist werden durch den Ndëpp psychische Störungen geheilt, die durch den Zusammenprall der Kulturen im Grossraum Dakar ausgelöst werden. Hier leben Senegalesen verschiedener Sprachgruppen, Franzosen, Chinesen, Amerikaner, Libanesen und Mauretanier auf engstem Raum zusammen.

Rituale sind Verlaufsgestalten des Verhaltens, die über eine gewisse Zeit ähnlich ablaufen, sodass wir die Abfolge der Episoden vorhersehen können.
Z.B. Grüezi, wie gahts? Tanke guet und ine?
Ähnlich ist nicht gleich. An den Differenzen zwischen verschiedenen Inszenierungen ähnlicher Grussrituale lesen wir den kulturellen Hintergrund und die Gruppenzugehörigkeit des Gegenübers ab. Je genauer Gruss und Gegengruss zusammenpassen, desto grösser die Gewissheit, dass man sich versteht. Rituale werden zu diesem Zweck geschaffen.
Die Inszenierung entwickelt sich autopoietisch, kann aber auch durch Eingriffe gesteuert werden:
Z.B. Säg em Maa grüezi!
Ist die Inszenierung von zahlreichen solchen Steuerepisoden durchsetzt, lässt die Durchführungskompetenz der Beteiligten die Autopoiesis noch nicht oder nicht mehr zu.
Erkenntnisse, die wir aus der Beobachtung einfachster Rituale wie dem Gruss gewinnen, erhellen auch Verlauf, Wirkungsweise und Entwicklung komplexer Rituale. Der Auftritt eines Ritualleiters (Magiers, Medizinmanns, Priesters) bringt freilich die Frage ins Spiel, ob hinter der Autopoiesis Steuerepisoden wirken, die nicht dokumentierbar sind.

http://juergvonins.ch

Freitag, 18. Mai
20:00-22:00 Uhr
Axel Malik
Entstehung und Bedeutung von Zeichen und Zeichenprozessen.
Das Konzept der Osmosphere

Das Konzept der Osmophere (Axel Malik u. Matthias Heipel) richtet die Aufmerksamkeit auf die Details und die Zusammenhänge, die unsere Sichtweise entregeln können und die vordergründig unspektakuläres oder nebensächlich Unauffälliges ins Zentrum setzen und die etwas völlig Normales, alltäglich Vertrautes und Selbstverständliches in etwas nicht-Selbstverständliches drehen, in etwas, das bei genauerem Beobachten schwebend-ungesichert und unerwartet-losgelöst ist oder von verstörend bodenloser Leere. Und das gleichzeitig, wie eine übersehene oder verhüllte Seinszone ins Auge kommt.
Ist es möglich, durch diesen Schwebezustand bis zur Rückseite der Realität zu gelangen, wo die Dinge und Beziehungen von anderer Art sind? Biegt sich dort ein doppelter Boden auf, eine Resonanzfläche, die an und in den Dingen und ZEICHEN, eine Intensität, ein grenzenloses Potenzial und ein fortwährend oszillierendes Beziehungsgeschehen sichtbar macht? An diesem Brennpunkt kommt es zu einer Wahrnehmungsverschiebung oder einem Wahrnehmungsumschwung, weil man nicht von außen auf die Strukturen schaut, sondern in ihre Haut schlüpft.
Bei der skripturalen Methode handelt es sich um ein Konzept, das anhand des handschriftlichen Schreibens eine Auflösung betreibt, die einen strukturellen Zugang ins Un-gewußte und Un-endliche öffnet. Inwieweit beide Projekte im Zusammenhang mit  einem neuen evolutionärem Denken stehen, wird an diesem Abend zu sehen und zu besprechen sein. 

http://www.die-skripturale-methode.de
http://www.osmosphere.net

Mittwoch, 6. Juni
20:00-22:00 Uhr
Dr. Andreas Hellmann
Rhizome-Studies IV
Die gesellschaftliche Relevanz erweiterter Logiksysteme.
Gotthard Günthers Ansatz einer mehrwertigen Logik

Der Vortrag führt ein in die mehrwertige Logik des Philosophen und Theoretiker der Kybernetik Gotthard Günther (1900-84).
Es wird gezeigt, inwiefern die Axiome der (zweiwertigen) aristotelischen Logik, die immer noch weitgehend unser wissenschaftliches Denken, aber auch unsere Alltagskommunikation bestimmen, zu begrenzt sind, um unsere Welt, die Entstehung neuer Strukturen und Prozesse der Wandlung auf einem angemessenen Komplexitätsniveau zu verstehen.
Gotthard Günther zeigt, dass die zweiwertige Logik des Aristoteles, die uns eine Reihe von Dichotomien beschert hat, die seitdem Probleme bereiten, um wenigsten einen weiteren – dritten – logischen Wert ergänzt werden muss. Favorit für ein solchermassen Drittes (tertium datur) war zunächst im Zuge der Entwicklung der Kybernetik in den 1940er und 50er Jahren die Information. Weitere Kandidaten sind: der Prozess (H. Bergson, D. Bohm), das Ereignis (A.N. Whitehead) oder die (als aktive verstandene) Zeit (N.A. Kozyrev).
Erst ein solcherart erweiterter Denkrahmen eröffnet die Möglichkeit, Wandlungsgeschehen und die Vernetztheit der Systeme sowie die Rolle dessen, was ehemals unter dem Begriff Subjektivität verhandelt wurde, auch auf der Ebene des Evolutionsgeschehens zu reflektieren.


Mittwoch, 20. Juni
20:00-22:00 Uhr
Dirk Schadach
Nikola Teslas Energie-Konverter
Die Funktionsprinzipien des Resonanz-Energieumwandlers

Nikola Tesla widmete die zweite Hälfte seines Berufslebens (ab 1901) der Nutzbarmachung einer neuartigen Energiequelle, die er selbst als „kosmische Energie“ bezeichnete. Dabei sollten die Funktionsprinzipien elektromagnetischer Resonanz zur Anwendung kommen, In Verbindung mit hohen Frequenzen und hohen elektrischen Spannungen. Nach Teslas Auffassung ist dabei der Äther als Träger elektromagnetischer Schwingungen von zentraler Bedeutung. Im Gegensatz zu Hertz, Heaviside und Lodge war Tesla überzeugt, dass die für die Energiegewinnung entscheidenden elektromagnetischen Schwingungen longitudinale Stoßwellen sind (ähnlich den Schallwellen), im Gegensatz zu den von Heinrich Hertz 1896 entdeckten transversal-elektromagnetischen Wellen.
Teslas neuartige Energietechnik kann als eine Schwingungstechnik bezeichnet werden, bei der eine besondere Art von Resonanz mit einem kosmischen Hintergrundstrahlungsfeld hergestellt wird. Dabei spezielle elektromagnetische Signale (Frequenzkombinationen), Materialien und Schwingungsmuster eine zentrale Rolle. Der Äther ist das „Medium“, in dem eine Kopplung – zwischen longitudinalen elektromagnetischen Wellen und dem Vakuumfeld als Primärenergiequelle – stattfindet.
Die von Tesla begründete Energietechnik arbeitet mit resonanten Schwingungen in elektrischen Schwingkreisen, die im Wesentlichen aus Spulen und Kondensatoren bestehen. Elektromagnetische Energie wird von Spulen (Induktivitäten L) auf Kondensatoren (Kapazitäten C) übertragen und wieder zurück. Bei einer für Teslas Versuche typischen Frequenz von 100,000 Hz
[= Schwingungen pro Sekunde] findet dieser Übertragungsvorgang von Induktivitäten auf Kapazitäten pro Sekunde 100,000-mal statt. Mit der heute verfügbaren Messtechnik ist die messtechnische Erfassung mit moderatem Aufwand möglich, was zu Teslas Lebzeiten keineswegs der Fall war. Nikola Tesla arbeitete Zeit seines Lebens an der technischen Umsetzung und Perfektionierung „unkonventioneller“ elektromagnetischer Prozesse. Sein weit entwickeltes Verständnis über Elektrizität, Magnetismus, Gravitation und das kosmische Hintergrund­strahlungsfeld – aus dem diese physikalischen Erscheinungen hervorgehen – konnte von zeitgenössischen Wissenschaftlern nicht nachvollzogen werden. Die starren Modelle der klassischen Mechanik, Elektrodynamik und die sich gerade erst entwickelnde Quantenphysik bildeten ein unzu­reichendes Fundament. Nikola Tesla geriet in den Jahren nach 1905 in eine zunehmende Isolation und seine weitreichenden Ideen in Vergessenheit.


Freitag, 29. Juni
20:00-22:00 Uhr
Felix Scholkmann
Unser fluides Genom - Epigenetik, Evolution und persönliche Verantwortung

Unser Erbgut (d.h. unser Genom) befindet sich im ständiger Veränderung. Umwelteinflüsse und interne Prozesse führen sowohl zu genetischen als auch epigenetischen Modifikationen an der DNA bzw. an den Chromosomen.
Diese Veränderungen des Erbguts erfolgen z.B. durch Austausch von DNA-Fragmenten (in Form von Viren, Bakterien und Mikroorganismen) innerhalb der Artgrenzen (vertikaler Gentransfer) und über die Artgrenzen hinweg (horizontaler Gentransfer).  Zusätzlich finden fortwährend epigenetische Veränderungen statt (DNA-Methylierungen, Histonmodifikationen und MicroRNA-Einflüsse). Welche Bedeutung diese genetischen und epigenetishen Prozesse für die Evolution und für unseren alltäglichen Lebenswandel haben, ist Hauptthema des Vortrags. Insbesondere wird diskutiert, wie epigenetische Veränderungen weitervererbt werden können und welchen Einfluss sie auf die Herausbildung von Persönlichkeitsmerkmalen und Krankheitsdispositionen haben.

_____________________________________________________________________________________________
Freitag, 13. Juli
20:00-22:00 Uhr
N.N., N.N.
2 Kurzreferate und Abschlussdiskussion




Create a free website with Weebly